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Die Pirsch

von Philip

Februar 17, 2022

Bei der Pirsch handelt es sich um eine Form der Einzeljagd, bei welcher sich der Jäger zu Fuß auf die Suche nach Wild begibt. Schalenwild hat je nach Art mehr oder weniger gut ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeiten. Daher müssen für eine erfolgreiche Pirsch einige Grundsätze wie die Beachtung des richtigen Windes, die notwendige Tarnung und der Einsatz einer brauchbaren Ausrüstung beachtet werden. Wer falsch oder in einem kleinen Revier zu oft pirscht, vergrämt dabei das Wild und macht es dadurch heimlich. Das richtige Augenmaß und jagdliche Erfahrung sind bei dieser Jagdart vom Jäger gefragt!

Grundsätze der Pirschjagd

Pirschgänge dienen nicht alleine der Jagdausübung und der Erbeutung von Wild, vielmehr kann der pirschende Jäger auf seinen Revierausflügen viel über sein Revier erfahren und lernen. Mal wird ein neuer Wechsel, Fegestellen oder eine Suhle entdeckt, bei einem anderen Reviergang eventuell ein vielversprechender Ansitzort. Es geht bei der Pirsch nicht darum möglichst viel von seinem Revier in kürzester Zeit abzulaufen, sondern ganz gezielt erfolgsversprechende Ecken des Revieres unter Beachtung des Windes und des geräuschlosen Gehens und unter Verwendung und Ausnutzung natürlicher Deckung zu „erschleichen“. Morgendliches Pirschen hat den Vorteil, dass das Wild in aller Regel wesentlich vertrauter ist als in den Abendstunden, wenn es auf dem Wechsel vom Tageslager zu den Äsungsplätzen meist intensiv sichert und größere Vorsicht walten lässt. Auch steht nach einer morgendlichen Schussabgabe bei einer eventuell notwendigen Nachsuche noch der ganze Tag zur Verfügung.

Als erfolgsversprechende Stellen für einen Wildanblick sind u.a. Äsungsflächen, Wechsel von oder zu den Einständen, Kirrungen oder auch Salzlecken in den Verlauf des Pirschganges zu integrieren. Wird bei Mondschein auf Schwarzwild gepirscht, sind die Sauen oftmals am ehesten in masttragenden Altholzbeständen oder im Feld auf mit Mais oder Kartoffeln bestellten Äckern anzutreffen.

Vom Wild gerne aufgesuchte Stellen sind erfolgversprechende Anlaufpunkte für eine Pirsch. An dieser Suhle könnte Rot- oder Schwarzwild in Anblick kommen.
Salzlecken werden gerne vom Schalenwild angenommen, hier kann immer mit Wildanblick gerechnet werden.

Geräusche durch raschelndes Laub oder gar das Zertreten von Geäst sind beim Pirschen zu vermeiden. Ein Netz von geeigneten Pirschwegen, welche frei von Laub und Hindernissen gehalten werden, erleichtert diese Jagdart enorm und birgt für Erfolg. Wird auf einem Schotterweg gepirscht, ist es nicht ratsam auf den knirschenden Steinen zu laufen, sondern im Grasbewuchs am Wegesrand. Der Wind muss dabei dem Pirschjäger immer ins Gesicht wehen, also von vorne kommen und auf drehende Windverhältnisse oder küselnden Wind sofort reagiert werden. Daher sollte auch der Wind regelmäßig überprüft werden, was durch das Mitführen von Seifenblasen oder einem Aschebeutel (ein Stoffsack welcher Asche oder eine andere pulvrige Substanz enthält, welcher kurz in der Luft geschüttelt wird und durch das Verwehen von Partikeln die Windrichtung anzeigt) ermöglicht wird.

Gute Tarnung ist neben dem richtigen Wind ein elementarer Aspekt für eine erfolgreiche Pirsch

Raucher haben es dabei ausnahmsweise etwas einfacher und können die Windrichtung durch den Rauch gut darstellen. Werden auf der Pirsch erfolgsversprechende Stellen angelaufen, bietet sich ein kurzes Verweilen an diesen Orten an. Man setzt sich auf einen Baumstubben oder Stein in Deckung kurz an, verhört die Umgebung auf eventuell sich im Verborgenen aufhaltendes Wild und beobachtet. Mit etwas Glück kommt in dieser Zeit das erhoffte Wild in Anblick. Stellt sich kein Erfolg ein, setzt man seine „Stehpirsch“ fort und sucht vorsichtig die nächste interessant erscheinende Stelle auf.

Der Bock hat den pirschenden Jäger eräugt. Nun sollte man bewegungslos aushaaren, bis das Stück sich wieder entspannt und nicht mehr in Richtung Jäger sichert.

Beim Pirschen ist jederzeit mit Wildanblick zu rechen und der Jäger sollte daher auch für einen schnell abzugebenden Schuss gerüstet sein. Das Mitführen eines Schießstockes erleichtert dies, wenn es schnell gehen muss und kein passender Baum zum Anstreichen in erreichbarer Entfernung ist. Auf freihändige Schüsse sollte man besser verzichten oder nur auf sehr kurze Distanzen beschränken. Da man bei der Pirsch selten einen wiedererkennbaren Bezugspunkt für seinen genauen Standort bei der Schussabgabe hat wie dies beim Ansitz auf einer Kanzel der Fall ist, muss neben dem Anschuss auch der Standort sicher verbrochen werden. Dies erleichtert das Wiederfinden der Stelle bei einer eventuell notwendigen Nachsuche. Wird der Jagdhund zur Pirsch mitgeführt, so muss dieser den nötigen Apell aufweisen und bei Wildanblick sich ruhig verhalten und am besten ohne große Worte ablegen lassen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann der Jagdhund beim Pirschgang sehr hilfreich sein, da er Wild oftmals schon wesentlich eher in der Nase hat als es sein Führer bemerken könnte und dadurch dem Jäger dessen Anwesenheit signalisiert.

Ausrüstung des Pirschjägers

Wenn man sich über weite Strecken und unter Umständen auch in teilweise schwer begehbaren Arealen bewegt, ist eine leichte Waffe im Sinne der Gewichtsreduktion von großem Vorteil. Ob es sich dabei um eine reine Kugelwaffe oder eine Kombinierte handelt ist zweitrangig. Wichtig ist dabei, dass die Waffe führig ist und durch einen möglichst gut gepolsterten Riemen bequem getragen werden kann. Handelt es sich um eine Pirsch bei ausreichendem Tageslicht, ist ein leichtes Pirschglas zum Ansprechen völlig ausreichend und ebenfalls gewichtsentlastend. Neben dem obligatorischen Jagdmesser sollte man auch eine Sitzunterlage mitführen, falls sich ein kurzweiliger Ansitzstopp an einer erfolgsversprechenden Stelle während des Pirschganges anbietet oder eine Rast eingelegt werden soll. So behält man auch bei einem feuchten Untergrund stets einen trockenen Spiegel! Ein Rucksack erleichtert den Transport der Ausrüstung und kann auch zur Bergung kleineren Wildes nach erfolgreicher Pirsch genutzt werden. Für die Schussabgabe sollte ein geeigneter und ausreichend langer Zielstock mitgeführt werden. Dieser Zielstock bietet neben einer deutlich höheren Treffsicherheit auch die Möglichkeit, ihn in schwierigem Gelände als „drittes Bein“ einzusetzen undermöglicht dadurch ein sicheres Gehen. Handelsübliche Zielstöcke mit zwei oder gar drei Beinen bieten dabei recht stabile Gewehrauflagen, sind meist aus Aluminium gefertigt und dadurch extrem leicht. Einfache Ziel- oder Pirschstöcke können aber auch aus z.B. einem gerade gewachsenen Haselnussstock selber hergestellt werden. Man sollte sein Augenmerk auch auf die Auswahl des richtigen Schuhwerks richten. Die Sohle sollte dabei nicht zu hart, aber auch nicht zu weich sein. Optimal ist, wenn man den Untergrund noch gut ertasten kann um unnötiges zertreten von Ästen zu vermeiden, aber ein bequemes und sicheres Gehen noch möglich ist. Das Schuhwerk sollte zudem vor Nässe schützen, da ein Pirschgang des Öfteren auch durch taunasse Wiesen oder sumpfige Waldwege führen kann. Gummistiefel sind in aller Regel bei längeren Pirschgängen recht unkomfortabel, bieten keinen ausreichenden Halt in schwierigem Gelände und erschweren ein lautloses Pirschen. Die Bekleidung sollte absolut geräuschlos und farblich so auf die Umgebung abgestimmt sein, dass sie die Konturen des Jägers verwischen lässt. Es gibt im Fachhandel sehr brauchbare Tarnbekleidung, welche vom Dekor her auch auf die einzelnen Jahreszeiten und Geländeformationen abgestimmt ist und für jeden Geschmack etwas bietet. Bei Pirschgängen im winterlichen Revier trägt man am besten ein Schneehemd oder einen Schneetarnanzug, da die Konturen des grün gekleideten Jägers im Schnee vom Wild besonders schnell eräugt werden. Wird der Jagdhund zur Pirsch mitgenommen, empfiehlt es sich den vierbeinigen Helfer an einer sogenannten Pirschleine zu führen. Bei diesen Leinen wird auf metallische Verschlüsse verzichtet, was einen lautlosen Pirschgang ermöglicht.

Sicherheitsaspekte bei der Pirsch

Insbesondere bei ebenerdig abgegebenen Schüssen, wie dies bei einer Pirsch meist die Regel darstellt, ist auf einen ausreichenden und sicheren Kugelfang zu achten! Jagen mehrere Jäger in einem Revier, sollten Pirschgänge vorher abgesprochen werden, damit es nicht zu gegenseitigen Störungen bei der Jagdausübung kommt. Dies gilt insbesondere bei der Mondscheinpirsch auf Schwarzwild, da ein plötzliches Auftauchen des Pirschjägers vor der Kanzel eines ansitzenden Mitjägers fatale Folgen haben könnte!

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